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Corona: Landratsamt verabschiedet Bundeswehrsoldaten zur Unterstützung des Kontaktpersonenmanagements

12.02.2021
Foto: Gruppe mit Soldaten, Landrat Karmasin und den zwei Leiterinnnen des CTT-Teams

Eine Kaffeetasse mit dem Wappen des Landkreises als Präsent und einer Urkunde: Mit dieser Aufmerksamkeit als Dankeschön verabschiedete Landrat Thomas Karmasin (links außen) 7 Soldaten der Bundeswehr, die das Landratsamt bei der Kontaktpersonennachverfolgung unterstützt haben. Brigadegeneral Stefan Scheibl vom Bundeswehr-Standort Fürstenfeldbruck (2.v.r.) zeigte sich stolz auf sein Team. Mit auf dem Bild: Führungskräfte der Bundeswehr und die Leiterinnen des Teams zur Kontaktpersonennachverfolgung.

Das Landratsamt Fürstenfeldbruck hat heute die Soldaten der Bundeswehr verabschiedet, die das Team der Kontaktpersonennachverfolgung fast vier Monate lang unterstützt haben. Landrat Thomas Karmasin bedankte sich bei ihnen und unterstrich die Bedeutung ihrer Arbeit im Contact-Tracing-Team (CTT).

„Mit Ihrer Hilfe haben wir die Schlagzahl erhöht. Wir haben zügig aufgeholt“, sagte Karmasin in seinem Grußwort. „Herzlichen Dank für Ihren Einsatz, für Ihren Beitrag zur Bewältigung der Pandemie und die positive Energie, die Sie als Teammitglieder im CTT mitgebracht haben.“

Sieben Verstärkungskräfte der Bundeswehr traten am 22. Oktober 2020 im Landratsamt ihren Dienst an. Sie unterstützten die Ermittlerinnen und Ermittler u.a. bei der Erstellung der Quarantäne-bescheide, den Telefonaten mit Kontaktpersonen zum Ende der Quarantäne und der Erfassung der Fälle und Kontaktpersonen in der Software Sormas. „Mitte November konnten wir beginnen, Fall- und Kontaktpersonenmanagement vollständig zu digitalisieren“, so Karmasin. „Nach nur zwei Wochen Übergangsphase arbeitete das Contact-Tracing-Team in der Kontaktpersonenermittlung und –nachverfolgung vollständig in Sormas.“

 

Sormas (Surveillance Outbreak Response Management and Analysis System) ist eine Software, die das Helmholtz-Zentrum ursprünglich 2014 im Zuge eines Ebola-Ausbruchs in Westafrika entwi-ckelte, um alle relevanten Daten und Beteiligten einer Epidemie miteinander zu vernetzen. Eine spezialisierte Version wird im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie genutzt. „Wir gehören zu den ersten, die Sormas so konsequent einsetzen“, erklärte Karmasin. Das CTT in Fürstenfeldbruck hat Anpassungen am System vorgenommen, um so viele Abläufe wie möglich zu automatisieren. „Die Unterstützungskräfte der Bundeswehr haben dies mit Tatkraft und Fachkenntnis begleitet“, so Karmasin.

 

Mitte Januar wechselten vier der sieben Soldaten vom Landratsamt Fürstenfeldbruck an einen neuen Einsatzort. „Drei Monate nach Ihrem Start bei uns hatte sich das Infektionsgeschehen verändert. Aber auch unsere Antwort darauf. Wir sind effizienter geworden und haben das Team der festen Ermittlerinnen und Ermittler aufgestockt,“ beschrieb Karmasin die positive Entwicklung. Das Team zur Kontaktpersonennachverfolgung besteht aktuell aus 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die von der Regierung von Oberbayern für das CTT angestellt worden sind. Hinzu kommen 6 Beschäftigte des Landratsamts, 14 von der Polizei, 11 Reservisten aus anderen Resorts und eine Mit-arbeiterin des Robert-Koch-Instituts.    
Um die im Herbst stark gestiegene Zahl der Neuinfektionen zu bewältigen, hatte das Landratsamt im Oktober in Absprache mit dem Leiter des im Bereich zivilmilitärische Zusammenarbeit zuständi-gen Kreisverbindungskommandos, Oberstleutnant Andreas Halscheidt, einen Amtshilfeantrag ge-mäß Art. 35 des Grundgesetzes gestellt, um das CTT personell zu unterstützen. Dieser Antrag wurde von Berlin gebilligt. Der Fliegerhorst Fürstenfeldbruck stellte insgesamt sieben Verstärkungskräfte zur Verfügung.

 

„Als für die Offizierschule der Luftwaffe die Aufforderung kam, das Landratsamt Fürstenfeldbruck mit Personal zu unterstützen, war dies keine Frage. Dem Leitspruch der Bundeswehr - WIR.DIENEN.DEUTSCHLAND. – folgend, war und ist es eine Selbstverständlichkeit, insbesondere unserer Garnisonsstadt, zu helfen.“ erklärte Brigadegeneral Stefan Scheibl, Kommandeur der Offi-zierschule der Luftwaffe und Standortältester des Standortes Fürstenfeldbruck. Er führte aus, dass weitere Soldaten der Offizierschule der Luftwaffe   ihre Hilfeleistungen in einer Klinik in München und im Landratsamt Augsburg ebenfalls beendet haben. „Aber wir helfen weiterhin in einem Altersheim in Jesenwang und stehen auch zukünftig für weitere Unterstützung im Rahmen der Amtshilfe zur Verfügung.“

Hauptmann Raoul Kampmann, Einheitsführer und Vorgesetzter der eingesetzten Soldaten, fasste die letzten drei Monate zusammen: „Ich bin dankbar und stolz darauf, dass meine Soldaten in dieser Ausnahmesituation einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie am Heimatstandort geleistet haben“. Die Contact-Tracing-Teams sind eine zentrale Stütze in der Strategie zur Bekämpfung der Pandemie. Für jede infizierte Person, die dem Landratsamt neu gemeldet wird, ermittelt es Menschen, die engen Kontakt zum Infizierten hatten und sich angesteckt haben könnten. Diese werden vom Landratsamt informiert und müssen sich in Quarantäne begeben, um weitere Infektionen zu verhindern.

 

Die 7-Tage-Inzidenz liegt in Fürstenfeldbruck im Moment bei 34,09 (Stand: 11.2.2021, 14 Uhr). 642 Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis gelten derzeit als Kontaktpersonen der Kategorie 1 (Stand 12.02.2021., 7.00 Uhr). Diese hatten engen Kontakt zu Infizierten und mussten sich deshalb in Quarantäne begeben.

 

 

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