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Ehrenamt im Sitzungssaal

04.12.2019

Der Brucker Kreistag 2014 in der konstituierenden Sitzung. Foto: LRA FFB

Ehrenamt hat viele Gesichter. Mit ihrem Einsatz bei Hilfsorganisationen, in Vereinen oder der Feuerwehr leisten die freiwilligen Helfer einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben. Zum Tag des Ehrenamts am 05. Dezember 2019 soll dieses Jahr eine Gruppe von Ehrenamtlern beleuchtet werden, die unter diesem Gesichtspunkt häufig weniger wahrgenommen wird: die Kreisrätinnen und Kreisräte.


Das Engagement in der Kommunalpolitik im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger bringt Opfer an Zeit und Kraft mit sich, auch wenn die Aufgabe Freude bereitet. 70 Kreisrätinnen und Kreisräte setzen ihre Freizeit mit Herzblut und Elan für die Belange der Bürgerinnen und Bürger ein.

Der selbstständige IT-Berater Ulrich Bode debattiert seit gut 17 Jahren im Kreistag mit. Dabei ist ihm weder eine Debatte besonders positiv, noch eine besonders negativ im Ge-dächtnis geblieben. „Gut sind alle Debatten, die uns in der Sache weiterbringen“, erläutert Bode. „Wenig hilfreich sind erfahrungsgemäß Showkämpfe“. Auch Gottfried Obermair betont: „Es ist wichtig, sachlich und objektiv an den Themen zu arbeiten und dementsprechend auch so abzustimmen.“ Obermair ist als Energieberater und Referent für Öffentlichkeitsarbeit tätig. Er engagiert sich auch im Gemeinderat Maisach: „Als Gemeinderat ist es sehr hilfreich, wenn man auch die Aufgaben, Themen und Probleme kennt, die den gesamten Landkreis betreffen. Damit habe ich z.B. Verständnis für die Kreisumlage. Es freut mich, dass ich zu mehr Verständnis mancher in der Öffentlichkeit schwer nachvollziehbaren Entscheidung des Kreistages beitragen kann.“

Der Diplom-Sozialarbeiterin Petra Weber hingegen ist eine Debatte besonders positiv in Erinnerung geblieben: ihr Antrag zur Unterzeichnung der EU-Charta zur Gleichstellung von Männern und Frauen und zur Erhöhung der Stunden für die Gleichstellungsstelle im Landratsamt. „Weil hier in sachlicher Weise Argumente ausgetauscht wurden und man in der Diskussion und der Positionierung einen Kompromiss gefunden hat“, begründet Weber ihre positive Erinnerung.

Das Ehrenamt verlangt seinen Trägern nicht nur nervlich, sondern auch zeitlich einiges ab: Flexible Zeitkapazitäten, um die unterschiedlichen Termine, morgens, nachmittags, abends wahrnehmen zu können. Dazu sollten Kreisrätinnen und Kreisräte Interesse an sehr unterschiedlichen Themengebiete und die Bereitschaft, sich darin einzuarbeiten, mitbringen. „Zum Glück gibt es das Internet“, schmunzelt Petra Weber. „Ich weiß nicht, wie  die Vorgängergenerationen diese Bandbreite geschafft haben.“


Auch die Agrarbiologin Dr. Ingrid Jaschke betont die positiven Seiten ihrer Tätigkeit als Kreisrätin: „Es ist gut, dass ich einerseits meine Fähigkeiten und mein Wissen einbringen, andererseits auch viel Neues lernen kann.“ Sie wirbt für die Tätigkeit der Kreisrätinnen und Kreisräte: „Man sollte mitmachen, um mitzureden und bestenfalls mitzugestalten. Auch außerhalb des Kreistags kommt man mit vielen Menschen ins Gespräch und kann seine Positionen erläutern und vertreten. Das bedeutet politisches Engagement anstelle von Politikverdrossenheit.“


IT-Abteilungsleiter Emanuel Staffler betont die facettenreichen Aufgabenbereiche: „Die Arbeit im Kreistag bietet eine wunderbare Gelegenheit, über die Grenzen der eigenen Gemeinde hinauszuschauen. Egal, ob unsere weiterführenden Schulen, der ÖPNV oder beispielsweise auch die Abfallwirtschaft: All diese Dinge liegen in der Hand des Landkreises und damit des Kreistags.“

Der hohen Verantwortung, die mit der Aufrage des Kreistags einher geht, ist sich auch der 65 jährige Max Keil stets bewusst: „Besonders kritisch beteilige ich mich an den Diskussionen um die rasanten Kostensteigerungen bei Investitionen der öffentlichen Hand. Wir verwalten die Steuergelder unserer Bürger und Betriebe, da darf es  keine überzogenen Ausgaben geben!“ Keil ist von Beruf Landwirtschaftsmeister. Er bewirtschaftet in Puchheim einen Biohof mit Direktvermarktung. Deshalb hat er sich insbesondere das Thema Nachhaltigkeit angenommen: „Von Berufs wegen liegen mir vor allem die Nachhaltigkeitsthemen wie Natur- Klima- und Umweltschutz besonders am Herzen! Es war für mich immer schon wichtig, dass Lebensgrundlagen in unserer Region erhalten bleiben.“

Für Klaus Quinten sind Vernetzung und Austausch unter den Kreisräten von großer Be-deutung: „Mir persönlich hat in meinen 15 Jahren als Kreisrat besonders die Begegnung mit  Kollegen aus anderen Gemeinden viel gegeben, sei es in der eigenen Fraktion oder über Fraktionsgrenzen hinweg.“ Die Erhaltung von Denkmälern und Kultur im Landkreis Fürstenfeldbruck liegen dem pensionierten Gymnasiallehrer besonders am Herzen: „Ein Höhepunkt für mich ist immer die alljährliche Besichtigungsfahrt des Kulturausschusses zur Vergabe der Zuschüsse für die Denkmalpflege“, erzählt Quinten. „Man kann erleben, was für einen Schatz an erhaltungswürdigen älteren Gebäuden es in unserem Landkreis noch gibt und ich hatte immer das Gefühl, dass das Geld sehr gut angelegt ist.“

Zum Kreisrat des Kreistags des Landkreises Fürstenfeldbruck wählen lassen kann sich jeder, der zum Wahlzeitpunkt Unionsbürger, volljährig, zum Wahltag mindestens drei Jahre im Landkreis gemeldet ist bzw. hier seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat und im rechtlichen Sinne wählbar ist. Und warum sollte man Kreisrat werden? Auch hierauf hat Ulrich Bode eine klare Antwort: „Mitmachen statt nur reden!“ Oder, wie Staffler sagt: „Wichtig ist, als Kreisrat immer das „größere Ganze“ im Blick zu haben. Und genau das ist es, was Spaß macht!“

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