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Wenn Eltern miteinander reden…

09.11.2018

Teilnehmende am ELTERNTALK-Kongress in Ingolstadt, Foto: Ina Wobker

Sechs ELTERNTALK-Moderatorinnen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck beim bayernweiten ELTERN-TALK-Kongress in Ingolstadt

Im Stadttheater geht es treppauf, treppab, es herrscht ein heiteres Gemurmel. 220 Moderatorinnen und Moderatoren, Regionalbeauftragte und Trägervertretungen aus 46 Landkreisen und kreisfreien Städten Bayerns trafen sich beim 2. ELTERNTALK-Kongress der Aktion Jugendschutz Bayern in Ingolstadt am 6. Oktober. Mitreißend waren nicht nur die Tanzgruppe KalaSangam aus Erlangen und der Jongleur MAD-HIAS aus Beilngries. Beim vielfältigen Fachprogramm informierten sich die Gäste rund um die ELTERNTALK-Themen Medien, Konsum und Suchtprävention.

Bayerns Familienministerin Kerstin Schreyer würdigte in ihrem Grußwort ELTERNTALK als ein sehr erfolgreiches Programm im erzieherischen Kinder- und Jugendschutz: „ELTERNTALK stärkt die Erziehungskompetenzen von Müttern und Vätern in einzigartiger Weise. In den moderierten Gesprächen erfahren Eltern, dass sie mit ihren Fragen, Sorgen und Zweifeln nicht allein sind. Hier kann jeder Rat suchen – Herkunft, Bildungsabschluss oder die familiale Lebensform spielen keine Rolle. Enorm ist die integrative Kraft des bayernweiten Netzwerks in 46 Landkreisen und kreisfreien Städten. Es ist gelungen, bereits über 100.000 Mütter und Väter aus 85 Herkunftsländern Werte und das notwendige Selbstvertrauen für eine gute Erziehung zu vermitteln. Damit ist ELTERNTALK so erfolgreich wie nie! Grundlage des Erfolgs sind die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denen ich für ihr großartiges Engagement herzlich danke.“
ELTERNTALK wird seit vielen Jahren aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales und des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege gefördert. Auch der Landkreis Fürstenfeldbruck fördert ELTERNTALK seit 2009.

Frau Dr. Christiane Hofbauer richtete den Blick auf die Vielfalt und die Unterschiedlichkeiten von Familien. Sie stellt fest, dass wir alle unsere eigene Kulturbrille tragen und mit diesem Blick auf die Welt schauen. Das hat weniger mit Nationalität zu tun als mit den Rahmenbedingungen, in denen wir leben. Beispiele dafür sind: Wohnt die Familie in der Stadt oder auf dem Land? Wie groß ist die Familie?  Wie viel Geld hat eine Familie zur Verfügung. „Das, was in einer Familie normal und selbstverständlich ist, kann für eine andere fremdartig und irritierend wirken. (Nicht nur) Eltern mit Migrationshintergrund stoßen mit ihren Verhaltensweisen und Ansichten immer wieder auf Widerstand, weil diese an vorherrschenden Regeln und Werten gemessen werden. Beim genaueren Nachfragen stellt sich oft heraus, dass es gute, nachvollziehbare Gründe für die Verhaltensweisen und Ansichten gibt.“

Es präsentierten sich viele Vereine und Organisationen mit ihrem Angebot, die Eltern in ihren Fra-gen zur Erziehung Orientierungshilfen bieten: Die Programmberatung für Eltern e.V. präsentierte den FLIMMO, das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. informierte über Kinderrechte, die Verbraucherzentrale Bayern zeigte die Ausstellung: Snacks brauchen Bewegung, das Bayerische Landesjugendamt verteilte die ELTERNBRIEFE und präsentierte die Online-Plattform Eltern im Netz. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter und MiMi Bayern stellten ihr Angebot vor.

Schön zu hören war für die Mütter und Väter, die als Moderatorinnen und Moderatoren tätig sind, dass ihre ehrenamtliche Arbeit sehr wertvoll sei. Prof. Dr. Carola Iller, Wissenschaftlerin der Erwachsenenbildung, bestätigt in ihrem Vortrag: „Informelles Lernen, wie das bei ELTERNTALK passiert, ist etwas ganz Besonderes. Die Gespräche, der Erfahrungsaustausch untereinander sowie die Moderatorinnen und Moderatoren als Vertrauenspersonen sind die drei wichtigsten Elemente.“ Wenn Eltern miteinander reden, lernen sie viel voneinander.

ELTERNTALK bringt vor allem die Themen rund um Medien, Konsum und Suchtprävention ins Gespräch. Hierzu gab es beim ELTERNTALK-Kongress viele Austauschrunden: Digitales Lernen durch Apps? Gibt es die Mediensucht: Smartphone? Warum sind Rituale in der Familie hilfreich? Mit viel Gefühl – auf die Gefühle der Kinder reagieren? Was kann ich zu kindlicher Sexualität erfahren? Hilfe, mein Kind pubertiert! Das digitale Kinderzimmer – und die Gefahren im Internet.

Im Landkreis Fürstenfeldbruck gibt es das Projekt ELTERNTALK seit 2009. Träger ist das Jugendamt im Landratsamt Fürstenfeldbruck.

Mehr Infos gibt es bei Isolde Kirchner-Weiß, Tel. 0160 96556150, Email: isolde.kirchner-weiss@lra-ffb.de und unter www.elterntalk.net oder auf youtube unter: https://www.youtube.com/watch?v=M-K2dU6X9n4

 

 

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