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Aktuelles
Regionale Wohnungsbaukonferenz 2025 in Fürstenfeldbruck
Diskutierten miteinander auf dem Podium, wie man den Wohnungsbau ankurbeln könnt (v.l.): Landrat Thomas Karmasin, Fürstenfeldbrucks OB Christian Götz, Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, und Münchens OB Dieter Reiter. Foto: Tobias Hase
Vollbesetzter Saal in der Tenne des Veranstaltungsforums Fürstenfeldbruck. Ganz vorne rechts Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, daneben Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (2.v.r.). Vorne in der Mitte neben der Holzsäule Fürstenfeldbrucks Oberbürgermeister Christian Götz, links daneben Thomas Karmasin, Landrat Fürstenfeldbruck.
„Zusammenleben gestalten. Gemeinsam investieren in die Zukunft“ – unter diesem Motto stand die Regionale Wohnungsbaukonferenz 2025, die in diesem Jahr bereits zum elften Mal stattfand, diesmal in Fürstenfeldbruck. Organisiert wurde die Konferenz durch die Landeshauptstadt München in Kooperation mit der Stadt und dem Landkreis Fürstenfeldbruck.
Die jährlich durchgeführte Konferenz dient als Austausch-, Diskussions- und Projektplattform für Politik, Verwaltung und weitere Akteurinnen und Akteure in der Metropolregion München. Zahlreiche Dialogforen, Messestände und Exkursionen rund um das Thema Wohnen rundeten das Programm der diesjährigen Konferenz ab.
Die Resonanz war groß: über 300 Interessierte haben teilgenommen. Die durch das Landratsamt und dier Stadt Fürstenfeldruck organisierten Exkursionen und die Fokusgruppe Bahnhofsumfelder waren im Vorfeld schnell ausgebucht. Gezeigt wurden dabei Positiv-Beispiele für qualitätvolle und geförderte Wohnungsbauprojekte im Landkreis Fürstenfeldbruck, die inspirieren und zum Nachahmen anregen.
Beim Stadtspaziergang wurden aktuelle Projekte in der Fürstenfeldbrucker Innenstadt vorgestellt:
die Zwischennutzung und Planung im Kreativquartier Aumühle / Lände, der klimaangepasste Umbau des Viehmarktplatz Süd, Wohnbauprojekte auf ehemaligen Parkplatzflächen. Zudem konnte im Stadtlabor ein Einblick in die Zukunft der Stadt gewonnen werden im Rahmen der Ergebnisausstellung des Stadtentwicklungskonzepts ISEK 2050.
Die Bustour „West“ machte im Brucker Westen und in Mammendorf an drei Projekten Halt: Die Holzbausiedlung in der Cerveteristraße kombiniert raffiniert soziale, bauliche und freiraumplanerische Ideen. Am Waldfriedhof konnte die Baustelle des Holzhybridbaus besichtigt werden, bei dem die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises für die Stadt Fürstenfeldbruck kommunale Wohnungen in Kombination mit gewerblicher Nutzung baut. In Mammendorf wird ein herausforderndes Grundstück optimal für kommunalen Wohnungsbau genutzt: Zwei miteinander verbundene Holzhäuser öffnen sich zum Garten und schützen gleichzeitig vor Verkehrslärm.
Auf der Bustour „Ost“ waren gelungene Wohnprojekte in Olching und Puchheim zu besichtigen, die bezahlbares Wohnen für unterschiedlichste Nutzergruppen ermöglichen. In Olching setzte die Stadt ein Projekt in Holzhybridbauweise mit durchwegs öffentlich geförderten Wohnungen um, das zusätzlich auch eine Kindertagesstätte beherbergt. In direkter Nachbarschaft besticht das genossenschaftliche Wohnprojekt „WohnGUT Olching eG“ durch flexible Wohnungsgrößen für eine Umsetzung nachhaltiger Lebensplanung. In Puchheim steht ein Beispiel für Einfachstwohnen der Städtischen Wohnraumentwicklungsgesellschaft: Obdachlose und Wohnungsbedürftige bewohnen vier ansprechende Modul-Holzhäuser.
Die zentrale Frage der anschließenden Konferenz lautete: „Wie können unterschiedliche Konzepte, Projekte und Instrumente ganz konkret dazu beitragen, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen? Diese Frage können wir nur gemeinsam beantworten“, betonte der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter in seiner Eröffnungsrede. „Die Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinweg ist deshalb eine politische Notwendigkeit. Viele Rathäuser und Landratsämter unserer Region sehen das erfreulicherweise genauso – das zeigt mir das rege Interesse an unserer Regionalen Wohnungsbaukonferenz.“
„Vor dem Hintergrund zunehmend unsicherer finanzieller Rahmenbedingungen sind innovative Wohnkonzepte gefragt, die den Bedürfnissen der Menschen gerecht werden, ökonomisch realisierbar sind und gleichzeitig ökologische Aspekte berücksichtigen“, sagte Gastgeber Christian Götz, Oberbürgermeister von Fürstenfeldbruck. „Ich freue mich deshalb sehr, dass wir dieses Jahr hier in unserer schönen Tenne des Klosters Fürstenfeld der Regionalen Wohnungsbaukonferenz den Raum geben dürfen, in dem sich die unterschiedlichsten Akteure aus Kommunen und Bauwirtschaft austauschen, innovative Konzepte erarbeiten und die Weichen für eine zukunftsfähige Wohnraumentwicklung stellen können.“
„In meiner Funktion als Präsident des bayerischen Landkreistages habe ich Input weit über die Region München hinaus. Dabei erlebe ich, dass die öffentliche Hand das Problem alleine nicht lösen kann, sondern gerade im Wohnungsbau privates und bürgerschaftliches Engagement immer wichtiger wird,“ betonte Thomas Karmasin, Landrat von Fürstenfeldbruck. „Die auf der Regionalen Wohnungsbaukonferenz vorgestellten Projekte, wie etwa das unserer interkommunalen Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis Fürstenfeldbruck dokumentieren das eindrücklich.“
Auch der Freistaat misst der Regionalen Wohnungsbaukonferenz wachsende Bedeutung bei. Zum ersten Mal nahm Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr an der Konferenz teil und diskutierte mit OB Dieter Reiter, OB Christian Götz und Landrat Thomas Karmasin über die aktuellen Herausforderungen im Wohnungsbau, Verbesserungspotenziale in der Zusammenarbeit sowie die Rolle des Freistaats bei der Schaffung von Wohnraum.
„Die Region München boomt wie kaum eine andere in Europa: Damit einher geht eine enorme Nachfrage nach Wohnraum! Diese Herausforderung können wir nur im Schulterschluss mit starken Partnern meistern. Ich freue mich daher, dass wir mit der Regionalen Wohnungsbaukonferenz ein starkes Netzwerk haben: Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung verfolgen hier ein gemeinsames Ziel – die Schaffung von zukunftsfähigem, bezahlbarem Wohnraum“, sagte Staatsminister Bernreiter.
Einer der Schwerpunkte der Regionalen Wohnungsbaukonferenz war das Potenzial von Bahnhofsarealen für eine nachhaltige Stadtentwicklung, ein Thema, das in vielen Kommunen zunehmend an Bedeutung gewinnt. In einer Fokusgruppe wurde diskutiert, was qualitätsvolle Bahnhofsumfelder heute leisten müssen, wie sich die Aufenthaltsqualität steigern lässt und ob dort sogar Wohnungsbau möglich ist.
Münchens Stadtbaurätin Elisabeth Merk freut sich sehr darüber, wie sich die Konferenz in den zurückliegenden Jahren entwickelt hat: „Längst diskutieren wir nicht mehr nur über die reine Verfügbarkeit von Wohnraum, sondern auch über dessen Qualität. Die Quartiere der Zukunft müssen klug und resilient geplant und gebaut werden. Nur dann können sie die zentrale Basis des Miteinanderlebens unserer Gesellschaft bilden.“



