Landratsamt Fürstenfeldbruck
Besonderer Schutz einzelner Arten
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Amphibienwanderung

Vor allem wegen ihrer Wanderungen sind die Amphibien bekannt. Der Lebensraum der Frösche, Kröten, Unken und Molche besteht nicht nur aus einem Aufenthaltsort, sondern meist aus mehreren aufgesuchten Örtlichkeiten, von denen die wichtigsten die Laichplätze, der Sommer- und der Winterlebensraum sind. Alle im Landkreis vorkommenden Arten sind zur Fortpflanzung auf Gewässer angewiesen. Trotz ihrer enormen Anpassungsfähigkeit sind fast alle Amphibienarten Deutschlands gefährdet. Eine der Hauptgründe dafür ist die starke Zerschneidung von Wäldern und Wiesen durch Straßen. Nicht selten werden dabei Laichgewässer und Landlebensräume getrennt. Um den dadurch drohenden Verkehrstod während der Laichplatzwanderung zu verhindern, benötigen Amphibien unsere besondere Rücksichtnahme und Hilfe.
Im Spätwinter bzw. Vorfrühling, frühestens Ende Februar beginnt die jährliche Wanderung der Frösche, Kröten und Molche. Wenn die Weiher und Teiche überwiegend aufgetaut sind, die Temperaturen mehrere Nächte hintereinander im Plusbereich (über 4-5° Celsius) liegen und ausreichend Regen dazukommt, ziehen die Tiere wieder aus den Winterquartieren zu ihren Laichgewässern. Bei den überwiegend nächtlichen Wanderungen müssen die Amphibien zum Teil auch Straßen überqueren, was jedes Jahr vielen Tieren zum Verhängnis wird. Durch das Aufstellen von Amphibienzäunen durch die Naturschutzverbände und das Landratsamt Fürstenfeldbruck, sowie die nächtliche Sperrung verschiedener Straßen, können die Verluste stark reduziert werden. Mit dem Aufbau der Amphibienzäune wird jedes Jahr frühzeitig begonnen, damit sie alle stehen, wenn die Wanderung einsetzt. Die Straßensperren werden jedoch erst in Kraft gesetzt, wenn die Tiere wirklich zu wandern beginnen. Für Autofahrer heißt es dann, vor allem in regnerischen Nächten auf bestimmten Straßen im Landkreis Fürstenfeldbruck besonders vorsichtig zu fahren, aus Rücksicht auf die Lurche und ihre menschlichen Helfer am Wegesrand.
Im Landkreis Fürstenfeldbruck werden für ca. 4 Wochen folgende Strecken mit besonders starker abendlicher Laichwanderung über die Nachtstunden gesperrt:
  • Alling: westlicher Ortsausgang bis Abzweig Römerstraße nach Gilching bei Germannsberg
  • Fürstenfeldbruck: Pfaffing bis Ludwigshöhe
  • Eichenau: Olchinger Straße zwischen Ihleweg (Stadt Puchheim) und Zweigstraße
  • Grafrath: Die Bahnhofstraße in Grafrath wird seit mehreren Jahren nicht mehr gesperrt, sondern vom Landratsamt mit einem Tempolimit versehen. Zusätzliche Schilder mit einem "Frosch", weisen Autofahrer darauf hin, dass hier eine Amphibien-Wanderroute die Straße quert.
Die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Fürstenfeldbruck bittet alle Verkehrsteilnehmer, auf Straßenabschnitten mit Warnschildern die Geschwindigkeit vor allem während der Hauptwanderzeit zwischen 19 Uhr (bzw. 20 Uhr Sommerzeit) und 7 Uhr deutlich zu reduzieren.

Schon bei Geschwindigkeiten über 30 Kilometern pro Stunde werden die Tiere durch den Luftdruck der fahrenden Autos getötet. Hohe Geschwindigkeiten gefährden aber nicht nur Lurche, sondern auch die zahlreichen menschlichen Helfer, die unterwegs sind, um Frösche, Kröten und Molche einzusammeln und sie anschließend sicher über die Straße zu tragen. Gegen Ende der Paarungssaison müssen die Zäune zudem wieder abgebaut werden. Derzeit gibt es im Landkreis Fürstenfeldbruck folgende Amphibienwanderwege, an denen Schutzzäune aufgebaut werden.
  • Alling: Straße zwischen Germannsberg und Alling westlicher Ortseingang: Vollsperre
  • Alling: entlang Radweg beim Dötelbauer: Zaun
  • Westlich Althegnenberg entlang der Bundesstraße 2: Festzaunanlage
  • Egenhofen: südlich von Poigern: Beidseitiger Zaun
  • Egenhofen: Zwischen Wenigmünchen und Dürabuch: Zaun
  • Eichenau: Olchinger Straße zischen Ihleweg und Zweigstraße: Vollsperre
  • Fürstenfeldbruck: zwischen Ludwigshöhe und Pfaffing: Vollsperre
  • Fürstenfeldbruck: in Puch an der Kaiser-Ludwig-Straße: Zaun
  • Grafrath: Bahnhofstraße, Temporeduzierung auf 30 kmh
  • Maisach: Westlich Malching zwischen Galgen und der Abzweigung nach Mammendorf: Zaun
  • Südlich von Mammendorf: Entlang der Kiesgrube Selmayr Richtung Nassenhausen: derzeit Tunnels und einseitige feste Anlage sowie Zaun
  • Moorenweis: Ortsverbindungsstraße zwischen der Kreisstraße und Eismerszell: Zaun
  • Moorenweis: Zwischen Purk und Grunertshofen: 2 Tunnels und Zaun
  • Olching: Beim Kajo-Weiher: Festzaun-Anlage
  • Schöngeising: Zwischen Mauern und Abzweig Jexhof: derzeit (August 2016) Tunnels im Bau, Zaun
  • Westlich von Türkenfeld: entlang der Geltendorfer Straße: Zaun
Hilfe sehr erwünscht Wenn Sie bei der Amphibienwanderung mithelfen wollen, sind Sie herzlich willkommen. Das Landratsamt Fürstenfeldbruck (Julia Pohl Tel. 08141 519-528) nennt Ihnen gerne Kontaktpersonen für Ihren Wunschstreckenabschnitt. Eine Bitte an Hauseigentümer Neben den Verkehrsteilnehmern bittet das Landratsamt auch alle Hausbesitzer um ihre Mithilfe. Überprüfen Sie ihre Kellerschächte auf hineingefallene Lurche und befreien Sie gegebenenfalls die Tiere aus ihrer misslichen Lage. Dies gilt nicht nur für die Zeit der Amphibienwanderung, sondern auch im Sommer und Herbst. Noch besser ist es - soweit möglich - entsprechende Schächte bereits vorbeugend abzudecken.
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