Landratsamt Fürstenfeldbruck
Besonderer Schutz einzelner Arten
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Gebäudebrüter

Als so genannte Kulturfolger haben sich verschiedene Tierarten die Städte und Dörfer als Lebensraum erobert. Für die Gebäudebrüter unter den Vögeln und die Gebäude-bewohnenden Fledermäuse sind Häuser nichts anderes als Felslandschaften mit Spalten, Simsen, Ritzen und Höhlungen. Die dazwischen liegenden Grün- und Parkanlagen, Brachflächen, Bahndämme und Böschungen, sowie der umgebende Außenbereich mit Ackerflächen und Wiesen, sind als Nahrungseinzugsgebiet für die genannten Arten von außerordentlicher Bedeutung.

Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an älteren oder beschädigten Gebäuden in Verbindung mit den heute üblichen Bautechniken und Wärmeschutzmaßnahmen, dem Ausbau von Dachböden zu hochwertigem Wohnraum u.a. führen häufig dazu, dass geeignete Unterschlupfmöglichkeiten für die Tiere beseitigt werden. Oft war deren Anwesenheit den Besitzern/Mietern über Jahre und Jahrzehnte überhaupt nicht aufgefallen, dies trifft besonders für die Besiedlung mit Fledermäusen zu. Bei Baumaßnahmen sind deshalb besondere artenschutzrechtliche Vorschriften zu berücksichtigen.

Gesetzlicher Schutz von Gebäudebrütern

Die an Gebäuden lebenden Vogelarten (außer Straßentauben) und Fledermäuse genießen durch das Bundesnaturschutzgesetz besonderen Schutz. Die Fledermäuse sowie Greifvögel und Eulen sind zudem streng geschützte Arten. Nach Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten,
  • wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören,
  • wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören; eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert,
  • Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören,
  • wild lebende Pflanzen der besonders geschützten Arten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, sie oder ihre Standorte zu beschädigen oder zu zerstören.
Für unvermeidbare Störungen der geschützten Tiere infolge von Baumaßnahmen erteilt die Untere Naturschutzbehörde auf Antrag eine Ausnahmegenehmigung oder Befreiung, in der Auflagen für notwendige Schutzmaßnahmen genannt sind. Hierzu wird die Sachkenntnis von Experten (Biologen, Ornithologen) herangezogen. Die Kontrolle der Auflagen/Schutzmaßnahmen ist ebenfalls Aufgabe der Unteren Naturschutzbehörde.  Weitere Informationen erhalten sie unter: Hier finden Sie eine Fülle an Informationen von den Gebäudebewohnenden Tierarten und ihren Ansprüchen  über Schutzmaßnahmen, Planungsvorschläge und geeigneten Ersatz für Nistmöglichkeiten bis hin zu den gesetzlichen Vorschriften.
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