Landratsamt Fürstenfeldbruck
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Brauchtum im Landkreis

Brauchtum verbindet Menschen mit ihrer Heimat. Es ist Ausdruck von Kultur und Heimatliebe. Trotz der Nähe zu der modernen Großstadt München genießt das Brauchtum im Landkreis Fürstenfeldbruck einen hohen Stellenwert. Vielerorts werden Traditionen gelebt und an die Jugend weitergegeben. Einige Bräuche haben jedoch einen besonderen Stellenwert:

Willibaldsritt
Im Jahr 1712 wurde Jesenwang von einer schlimmen Tierseuche heimgesucht, von der vor allem Pferde betroffen waren. In ihrer Not wandten sich die Bürger dem Heiligen Willibald zu, dem Schutzpatron der Tiere, und baten ihn um Hilfe. Den Überlieferungen nach fiel seit diesem Zeitpunkt kein Tier mehr der Seuche zum Opfer. Seitdem ziehen jährlich um den 07. Juli, dem Todestag des Heiligen Willibald,  mehr als 300 Reiter und Pferde in einer feierlichen Prozession durch Jesenwang und anschließend zur Segnung durch die Willibaldskirche. Ein einmaliger Brauch in Europa!

Leonhardi-Fahrt
Seit 1966 findet alljährlich Ende Oktober die Leonhardi-Fahrt in Fürstenfeldbruck statt. Als 1743 eine Viehseuche Bruck heimsuchte, baten die Bürger den Heiligen Leonhard als Schutzpatron der Tiere um Hilfe und gelobten einen Gottesdienst am Leonhardstag. Das Votivamt findet seitdem jedes Jahr statt und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts um die Leonhardifahrt ergänzt. Zahlreiche Pferde, Festwagen und Musikkapellen nehmen an diesem Ereignis teil und empfangen meist vor der Brucker Leonhardikirche den Segen.

Silvesterritt
Am letzten Tag des Jahres findet in Türkenfeld der traditionelle Pferderitt mit Segnung statt, welcher von den örtlichen Musikkapellen und Vereinen begleitet wird. Auch eine Statue des Heiligen Silvester wird mitgeführt. Der Brauch stammt aus dem Jahr 1807, als eine Viehseuche im Bereich der Pfarrei Türkenfeld ausbrach. Damals baten die Bauern den Heiligen Silvester, den Patron der Pferde, um Hilfe. Da kein Tier mehr starb, gelobten sie eine jährliche Pferdesegung. Seit 1980 gilt Papst Silvester auch als Schutzpatron der Gemeinde Türkenfeld, da diese im Rahmen der Gebietsreform ihre Selbstständigkeit zurückerhielt.

 

Luzienhäuslschwimmen
Im Dezember 1785 wurde Fürstenfeldbruck von einem schlimmen Hochwasser bedroht. Da es am 13. Dezember besonders heftig war, baten die Bürger die Tagesheilige Luzia um Hilfe und setzten kleine Papier-Nachbauten ihrer Häuser auf die reißende Amper. Die Hochwasserkatastrophe blieb aus und die Bürger versprachen, das Fest der Heiligen Luzia jedes Jahr zu feiern. Seit dem Jahr 1949 findet in Fürstenfeldbruck wieder jährlich das Luzienhäuslschwimmen auf der Amper statt. Schülerinnen und Schüler der Fürstenfeldbrucker Grundschulen basteln aus Pappe und Holz kleine Häuschen, die einige Wochen in der Sparkasse Fürstenfeldbruck ausgestellt werden. Am 13. Dezember werden die Kerzen und Teelichter im Inneren entzündet und nach der Segnung im Rahmen eines feierlichen Gottestdienstes im Beisein vieler Zuschauer leuchtend der Amper übergeben. Die Ursprünge dieses Brauchtums gehen auf unterschiedliche Aussagen zurück. Teilweise beschreiben Quellen den Brauch bereits im Jahr 1621 bzw. 1740. Wirklich bekannt wurde er aber erst in Verbindung mit dem Hochwasser 1785. 

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