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Pressemitteilungen
Corona-Epidemie im Landkreis Fürstenfeldbruck - neue Entwicklungen
1. Ärztlicher Leiter FüGK; Hilfskrankenhaus
Die Führungsgruppe Katastrophenschutz arbeitet auf Hochtouren. Bereits letzten Freitag wurde Dr. Thomas Weiler, Leiter der Starnberger Kliniken als Ärztlicher Leiter FüGK für den Bereich des Rettungszweckverbandes von dessen Vorsitzenden, Landrat Karmasin, ernannt. Dem ging eine schnelle und effektive Abstimmung unter den beteiligten Landräten voraus. Seine wichtigste Aufgabe ist, für die Aufstockung der Bettenkapazitäten zu sorgen und dann im Bedarfsfall dafür zu sorgen, dass die vorhandenen Kapazitäten optimal genutzt werden. Dr. Weiler hat der Regierung von Oberbayern ein Konzept für die Reha-Klinik Höhenried als Hilfskrankenhaus für den Bereich des Rettungszweckverbands Fürstenfeldbruck vorgestellt. Dort stünden im Bedarfsfall über 300 Betten zur Verfügung. Regierungspräsidentin Maria Els begrüßt, dass in einer Notsituation über die Zweckverbandsgrenzen hinweg eine solche große Solidarität gezeigt wird. Für den nördlichen Bereich des Gebiets des Rettungszweckverbands wurden von Landrat Löwl aus Dachau umfassende Planungen zur Umwandlung eines stillgelegten Hotels in ein Hilfskrankenhaus getätigt. Auf dieser Grundlage ist seit gestern eine entsprechende Zulassung erteilt, mit der Inbetriebnahme des Hilfskrankenhauses in Dachau ist innerhalb der nächsten Woche zu rechnen. Dr. Weiler schlägt weiter vor, ein leerstehendes Hotel im Landkreis Fürstenfeldbruck als Reserve weiter im Blick zu behalten. Weitere Erhöhungen von Bettenkapazitäten sind bereits in die Wege geleitet.
2. FüGK, Versorgungsarzt, zweite Teststation
Am 30.03.2020 hat Landrat Thomas Karmasin – nach Abstimmung mit dem ärztlichen Kreisverband – Dr. Peter Hösler als neuen Versorgungsarzt der FüGK Fürstenfeldbruck zugeordnet. Dr. Hösler ist seit vielen Jahren als Allgemeinarzt im Landkreis Fürstenfeldbruck tätig und ein ausgezeichneter Kenner der ärztlichen Versorgung vor Ort.
Er hat die Aufgabe, eine ausreichende Versorgung mit ärztlichen Leistungen und entsprechender Schutzausrüstung zu planen und zu koordinieren, soweit dies bei der Bewältigung des Katastrophenfalls notwendig ist. Dies bedeutet insbesondere: Schaffung von weiteren Testmöglichkeiten, die Einrichtung von Schwerpunktpraxen, die Planung und Vorbereitung aller notwendigen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der ärztlichen Grundversorgung und die Unterstützung der FüGK bei der Verteilung der infektionsfachlich notwendigen Schutzausrüstung an die in den Arztpraxen Beschäftigten.
Die zweite Teststation soll zu Beginn nächster Woche in Germering starten. Es erhalten zum einen Personen dort einen Testtermin, die von ihren Hausärzten für eine Testung per Fax an den Stab des Versorgungsarztes im Landratsamt vorgeschlagen werden. Zweitens werden dort Personen getestet, die über die 116117 von der KVB dem Landratsamt zur Testung vorgeschlagen werden. So ist gewährleistet, dass entweder der Hausarzt oder die Ärzte der KVB geprüft haben, dass ein Test medizinisch sinnvoll ist. Dies ist nur dann der Fall, wenn der Betreffende Symptome aufweist. Die von Hausarzt bzw. KVB oder 116117 gemeldeten Patienten werden automatisch vom Stab des Versorgungsarztes im Landratsamt angerufen und erhalten einen Termin. Anders als bei der ersten Teststation des Landkreises ist hier eine telefonische Terminvergabe direkt beim Landratsamt nicht möglich.
Ziel ist eine Testkapazität von weit über 50 Testungen pro Tag. Die Ergebnisse werden an den Stab des Versorgungsarztes am Landratsamt übermittelt, dieses teilt die Befunde den getesteten Personen und den Hausärzten mit. Die Hausärzte werden gebeten, die Betreuung der positiv getesteten Patienten zu übernehmen.
In der vom Landkreis seit 17.03.2020 betriebenen ersten Teststation sind bis Stand 03.04.2020 978 Personen getestet worden, 894 Ergebnisse sind schon zurück mit 82 positiven Befunden.
3. FüGK; Verteilung Material
Die Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landratsamt sichtet die eingehenden Angebote und Bedarfsmeldungen. An sie gehen die Lieferungen der zentral vom Freistaat Bayern bestellten Materialien. Diese werden durch die FüGK nach einer strengen Priorisierung verteilt.
Oberste Priorität hat die Versorgung des Klinikums Fürstenfeldbruck, an zweiter Stelle stehen ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen, danach kommen weitere Einrichtungen (etwa Heime und ambulante Wohngemeinschaften).
Insgesamt wurden bereits annähernd 12.000 Mundschutze, 2600 FFP 2 Masken, 1500l Desinfektionsmittel, 460 Schutzanzüge und einige Handschuhpakete und Schutzbrillen verteilt. Materialanforderungen von Einrichtungen mit niedrigerer Priorität können derzeit nur in besonderen Ausnahmefällen berücksichtigt werden.
4. FüGK; Bürgertelefon; durch das LRA kontinuierlich erweiterte Infrastruktur
Das Landratsamt hat bereits am 13.03.2020 – vor Feststellung des Katastrophenfalls durch den Freistaat Bayern – ein Bürgertelefon installiert und dieses auch am Wochenende besetzt. Dort sind bis zum 01.04.2020 4229 Anrufe eingegangen. Da die Zahl der Anrufe am letzten Wochenende stark gesunken ist, ist das Bürgertelefon, um auch die personellen Ressourcen zu schonen, ab diesem Wochenende nur noch am Samstag von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr besetzt.
Das Landratsamt hat in den letzten Wochen kontinuierlich insbesondere für den Bereich des Gesundheitsamts und der FüGK in kürzester Zeit Personal neu zugeordnet, neu eingestellt, Räume zur Verfügung gestellt und kurzfristig zusätzliche technische Büroausstattungen geschaffen. Im Gesundheitsamt arbeiten seit dem 16.03.2020 zusätzlich 21 Kräfte, bestehend aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landratsamts und neuen Kräften, etwa Medizinstudenteninnen und Medizinstudenten, sowie Staatspersonal, das von den unterschiedlichsten Behörden des Freistaates Bayern abgeordnet wurde. In der FÜGK sind im Schichtbetrieb 7 Tage rund um die Uhr bis zu 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamtes beschäftigt.
5. Klinikum; Zelt und Container
Das Zelt und der Container vor der Liegendanfahrt des Klinikums zur Ersteinschätzung von Patienten werden voraussichtlich ab Montag, den 06.04.2020, in Betrieb genommen. Dort werden fußläufige Patientinnen und Patienten und die, die mit Rettungswagen gebracht werden, ärztlich und pflegerisch gesichtet und eine Ersteinschätzung vorgenommen. Patienten, bei denen ein Verdacht auf eine Covid 19 Erkrankung besteht, kommen in einen speziellen Bereich in der Notaufnahme, der nur für sie reserviert ist. Dort werden sie weiter untersucht.
Notfälle zur Schockraumbehandlung werden weiterhin über die Rampe bis zum Eingang ZNA gefahren und vom Sanitätspersonal direkt in den Schockraum verbracht.
6. Aktuelle Zahlen
Stand 03.04.2020 Mittag:
Im Landkreis Fürstenfeldbruck sind dem Gesundheitsamt 512 Personen mit Wohnsitz im Landkreis Fürstenfeldbruck als positiv getestet gemeldet.
Derzeit befinden sich im Klinikum Fürstenfeldbruck 33 Patienten mit positivem Befund, davon 5 beatmet.
Insgesamt sind seit 23.03.2020 in der Klinik 6 Verstorbene mit positivem Corona-Befund registriert, davon hatte ein Patient seinen Wohnsitz im Landkreis Dachau. Zuhause verstorben sind 3 Personen. Ein Mann war 65 Jahre alt, ein weiterer 79, alle weiteren Verstorbenen waren über 80, fünf Personen über 90 Jahre alt. Etwas über die Hälfte war männlich.
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